Sd.Kfz. 173 Jagdpanther von Matchbox/Revell in 1:76 – Ein Oldie im neuen Kleid

Viele von uns haben noch Bausätze aus den früheren Tagen des Modellbaus in ihren Sammlungen. Kann man so etwas noch bauen? Ich denke ja. Mit ein paar einfachen Details und zeitgemäßer Farbgebung wird auch ein Oldie zum schönen Modell.

Kleine Zeitreise
Es ist schon eine Weile her als Matchbox das Sd.Kfz. 173 Jagdpanther in 1:76 herausbrachte. Genauer gesagt 45 Jahre. Schauen wir zurück ins Jahr 1974: Walter Scheel wird Bundespräsident, Helmut Schmidt Bundeskanzler. Abba gewinnt mit dem Hit Waterloo den Grand Prix d’Eurovision de la Chanson. Das ZDF startet die Zeichentrick-Serie „Wickie und die starken Männer.“ Der Golf ersetzt den VW Käfer und das Punktkonto in Flensburg wird eingeführt. Auf der Nürnberger Spielwarenmesse stellt die Firma geobra Brandstätter erstmals das neu entwickelte Playmobil vor. Die Älteren von uns werden sich daran erinnern.

Den im selben Jahr erschienenen Jagdpanther gab es dann an jeder Ecke zu kaufen. Damals bastelten wir alle. Internet gab’s nicht. Somit hättet Ihr diesen Bericht nie gelesen.

Der Bausatz
Dank Revell gibt es viele der Matchbox-Panzer mit zeitgemäßer Bauanleitung und Verpackung auch heute noch. Und das ist gut so. Sind sie doch einfach zu bauen, sehen gut aus und haben eine Base, auf der man sein Modell mit wenig Aufwand ansprechend in Szene setzen kann. Unser Jagdpanter bricht gerade durch eine Ziegelsteinmauer.

51 Teile warten auf den Zusammenbau. 32 davon entfallen auf das Schachtellaufwerk, 3 auf die Base. Man sieht, der Bausatz ist einfach aufgebaut. Man kommt also schnell ans Ziel. Einige Details sind vereinfacht und mit der exakten Nachbildung einzelner Versionen nahm man es damals nicht ganz so genau.

Hier sind die Bauteile des Jagdpanter schon von den Gussästen getrennt.

Der Bau
Alle Teile passen sehr gut zusammen. Einzig beim Bug-MG musste ich die Feile ansetzen. Ein paar Auswerfermarken sollte man wegfeilen oder zuspachteln.

Neben dem obligatorischen Aufbohren von Kanone, MG und Auspuff habe ich noch ein paar kleine Details angebracht: Schutzbleche, ein Periskop und der Antennensockel kamen hinzu. Der Behälter für das Rohrreinigungsgerät und die Klappe hinten am Aufbau bekamen Griffe. Alles entstand aus gezogenem Gussast, Draht, Papier, Alublech und Kunststoffplatten aus verschiedenen Verpackungen. Wie früher eben, als es noch kein Zubehör gab.

Ein schönes Tarnschema fand ich im Internet. Auf Dunkelgelb sind breite olivgrüne und schokoladenbraune Streifen zu sehen. Alle Farben sind moduliert, d.h. in unterschiedlichen Helligkeitsstufen aufgebracht. Mit paar Washings und Mikrobemalung entsteht ein Oldie im zeitgemäßen Outfit.

Der Jagdpanter hat es sogar ins ModellFan geschafft. In der Ausgabe 6/2019 findet Ihr einen ausführlichen Bericht.

Fazit
Insgesamt gibt der Bausatz den Jagdpanter sehr stimmig wieder – wenngleich er eine Mischung aus frühen und späten Merkmalen ist. Auch einige Details und Ausrüstungsgegenstände sucht man vergeblich. Dafür bietet er Bastelspaß pur, ohne Probleme. Und die Präsentation auf dem Display weiß zu gefallen. Daher ist er für Einsteiger und Zwischendurchprojekte uneingeschränkt zu empfehlen. Danke Revell, dass Ihr die 1:76er Modelle von Matchbox immer wieder auflegt!

Euer Jürgen von der SIM
(Juni 2019)

P.S.: Den Anfang nahm der Jagdpanter auf der Modell + Technik 2017:

Modell + Technik in Stuttgart 2017 – Tag 1 – Geheimnis gelüftet

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