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65’er Chevrolet Chevelle Z-16 von Revell in 1:25

Bereits 1964 brachte Chevrolet eine neue Mittelklasse-Limousine auf den Markt. Sie war als direkte Konkurrenz zum erfolgreichen Ford Fairlane gedacht. Wie bei US-Fahrzeugen üblich, stand bereits ein Jahr später dass erste Facelift an. Von nun an gab es auch mehr Auswahl bei der Ausstattung. Neben den Reihen-Sechszylindern wurden jetzt auch V-8 Motoren angeboten. Das Spitzenmodell war eigentlich die Chevelle Malibu Super Sport mit Inneneinrichtung aus Yinyl und Einzelsitzen. Aber Chevrolet legte mit der streng limitierten Z-16 eine noch exklusivere Variante nach. Jetzt standen 6,5 Liter Hubraum. bzw. 375 PS zur Verfügung. Leistungsdaten, die bis dato nur reinrassigen Sportwagen wie der Corvette vorbehalten waren. Die Kraft wurde durch ein manuelles Viergang-Schaltgetriebe verteilt. 1965 war das einzige Jahr, in dem eine Z-16 als Kaufoption angeboten wurde. Lediglich 201 Exemplare wurden damals verkauft und ca. 60 davon sollen heute noch existieren. Damit zählt die Chevelle Z-16 zu den exklusivsten Muscle-Car´s jener Zeit.

Das Modell

Nach unzähligen Militär-Bausätzen in verschiedensten Maßstäben hatte ich einmal Lust auf ein komplett anderes Projekt. Da es mir die US-Muscle Cars aus den Sechzigern schon länger angetan hatten, entschied ich mich für diesen Revell-Bausatz. Er kam bereits 1996 auf den Markt und wurde 2013 letztmalig als Wiederauflage im Low Rider-Look angeboten. Die Passgenauigkeit ist hier und da verbesserungswürdig. Insgesamt lässt sich aus diesem Kit aber ohne besondere Schwierigkeiten ein ansprechendes Modell bauen.

Das Vorbild

Eine genaue Vorlage gibt es so eigentlich nicht! Fest stand nur, dass ich ein getuntes Exemplar aus heutiger Zeit darstellen wollte. Dazu passten dann auch die Lautsprecher auf der Hutablage und die alternativen Breitreifen mit den Custom-Felgen. Aber welche Farbe? Da fiel mir bei meiner Internetrecherche ein restauriertes Fahrzeug in knallrot auf.

Das Besondere: Sämtliche Chromteile waren schwarz umlackiert worden. An dieser Chevelle habe ich mich dann orientiert. Allerdings wählte ich an Stelle von Schwarz die Farbe Gun-Metall aus. Dieser Farbton wird ebenfalls gerne als Ersatz für Chrom in der Tuningszene verwendet und erschien mir noch etwas passender.

Für mein Erstlingswerk wollte ich nichts riskieren und verwendete auch hier wieder ausschließlich die mir vertrauten Farben von Mr. Hobby (Gunze). Die Firma hat ansprechende Metallic-Lacke im Sortiment, auch wenn die Auswahl kaum über ein paar Grundtöne hinaus geht. Das Metallic-Rot ist eine schöne “Bonbon-Farbe”. Vor der Lackierung wurde mattschwarz grundiert.

Das Erscheinungsbild sollte schlicht sein. Ich verwendete daher auch nicht die großen Zierleisten an den Türen. Lediglich den Innerraum gestaltete ich komplett zweifarbig. Bis auf die Felgenringe verschwand sämtlicher Chrom. Schwierig gestalteten sich die Decals. Sie sind sehr dick und lassen sich auch mit Weichmacher nur schwer in Form bringen. Die Versiegelung mit Klarlack erreicht ganz bewusst nicht den sonst üblichen Hochglanzeffekt. Das Ergebnis passt meiner Meinung nach auch besser zum übrigen Look des Coupe´s.

Das Diorama

Ich wollte meinen Straßenkreuzer vor einer Strandkulisse präsentieren. Dafür wurde auf ein vorher lackiertes Schneidbrett mit Hilfe von Weißleim etwas Vogelsand aufgetragen und mit verschiedenen Beige-Farbtönen aus Acryl und Ölfarbe versehen. Dazu kamen dann noch ein paar Steinchen aus dem Modelleisenbahn-Sortiment. Die Palmen sind Fertigprodukte von Pegasus, müssen aber vorher lackiert und zusammengesteckt werden. Die “Badenixe” stammt von der Firma MB und ist ein leicht abgeändertes Pin-Up Girl aus den Vierzigern. Als letzten Schritt bekamen die Reifen noch etwas Sandstrand mit Hilfe von Pigmentfarbe ab.

Fazit

Um den “Ami-Schlitten” entsprechend zur Geltung zu bringen, musste ich hier und da “Lehrgeld” bezahlen. Besonders beim Lackieren ist kein Platz für Fehler und kaschieren lässt sich hier kaum etwas. Um so schöner aber, wenn man am Ende mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden sein kann.

Marco Doehring, Stuttgart (Mai 2026)

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