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Hauptmann der Artillerie 1944 in 1/35

Ein alter Haudegen im Stab

Unter uns: Was mich geritten hatte die einfache Beilagen-Figur aus dem Horch Kfz 15 Bausatz von Italeri zu bauen kann ich euch gar nicht mehr sagen. Gibt es doch jede Menge Figuren deutscher Offiziere in deutlich besserer Qualität. Ist ja auch egal. Auf jeden Fall war das Projekt mal wieder mehr Arbeit als am Anfang gedacht. Doch der Reihe nach.

Ich wollte einen alten Haudegen darstellen, den es im Laufe des Krieges in einen Stab verschlagen hat. Zuversichtlich ging ich ans Werk.

Das war die Ausgangsbasis:

Einige Details habe ich ergänzt, wie zum Beispiel die Schulterklappen oder die Mützenbänder. Die Aktentasche entstand vollständig im Eigenbau.

Der erste Versuch die Figur zu bemalen ging dann gründlich in die Hose, sodass unser Hauptmann erst einmal in mein Schränkchen der unvollendeten Modelle versetzt wurde und dort längere Zeit verweilen musste.

Motiviert durch ein Projekt der Dickblechfreunde kam er dann doch wieder auf den Basteltisch. Zuerst habe ich den Kopf durch einen von Hornet ersetzt. Der ist ausdrucksstärker und passt besser zu einem älteren Soldaten.

Und da ich die Mütze dann schon separat hatte, sollte sie abgesetzt bleiben. Ich habe sie ausgefräst und mit Innendetails versehen. Den linken Arm musste ich nun umbauen.

Hier war die Figur schon grundiert und wartete auf die Bemalung. Die fotogeätzten Abzeichen und Orden kamen erst später dazu.


Unser Haudegen hatte schon einiges erlebt bevor er in den Stabsdienst kam. Das sollte sich auch in den Auszeichnungen niederschlagen. Orientiert hatte ich mich an einem Vorbild aus dem Buch „Deutsche Uniformen 1939 – 1945“ von Jean de Lagarde.

Dass der dargestellte Hauptmann zur Artillerie gehört zeigt sich an der Waffenfarbe rot an den Schulterklappen, dem Kragenspiegel und der Mütze.

Er trägt das Ritterkreuz am Band, das EK I und das Verwundetenabzeichen in Gold sowie das Band der Ostmedaille. An der Ordensspange über der linken Brusttasche sind das EK II. Klasse, die Ostmedaille und das Schutzwall-Ehrenzeichen zu sehen (v.l.n.r). Eine Bandauszeichnung zweimal zu tragen war zwar vorschriftswidrig, wurde aber geduldet. Das passt ganz gut zu einem alten Haudegen.

Übrigens: Das Schutzwall-Ehrenzeichen wurde für Arbeiten am Ostwall ab Ende 1944 vergeben. Aha, deswegen steht 1944 auf dem Sockel!

Präsentiert wird die Figur auf einem einfachen Sockel mit Parkettboden, was ganz gut zu einem Soldaten mit Aktentasche im Stabsdienst passt und nicht von den Details der Figur ablenkt.

So kam es nun doch zu einem Happy End und es entstand ein kleines Unikat.

Euer Jürgen von der SIM
(Januar 2026)

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