U 2511 vom Typ XXI – Mythos, Hoffnung und Revolution

U 2511 unter Korv.-Kpt. Adalbert Schnee in 1:350.

Obwohl dieser U-Boot-Typ nicht mehr richtig zum Einsatz kam, zeigte die Entwicklung, wohin der Weg im U-Boot-Bau künftig gehen sollte. Wenngleich der Mythos von der unentdeckten Unterquerung eines britischen U-Jagdverbandes durch Korv.-Kpt. Adalbert Schnee mit U 2511 Anfang 1945 für manche nur ein Märchen scheint – die Fähigkeiten/Eigenschaften dieses Bootstyps waren auch so schon eine Revolution.

Der Typ XXI

Eigentlich als Kompromiss auf der Grundlage des Typ XVII entwickelt, endete der Krieg bevor die Startprobleme behoben werden konnten. Der Walterantrieb war noch in den Kinderschuhen, der alliierte Bombenkrieg zeigte immer gravierendere Auswirkungen auf Rüstung und Infrastruktur, sodass eine Lösung gesucht werden musste zwischen Form und Antrieb. Die ausgefeilte hydrodynamische Form, dem Flugzeugbau entlehnt, gepaart mit dem verfügbaren dieselelektrischen Antrieb, das sollte der Kompromiss sein. Da schon viel geschrieben worden ist, verzichte ich auf weitere technische Details.

U 2511

Mein Modell zeigt das Boot U 2511 unter Korv.-Kpt. Adalbert Schnee.
Die Kiellegung erfolgte bei Blohm&Voss in Hamburg am 07.07.1944. Bereits am 29.09.1944 konnte das Boot und Korv.-Kpt. Schnee in Dienst gestellt werden und verlegte nach Bergen. Hier lief es als einziges Typ XXI Boot zur Feindfahrt aus, aufgrund der Teilkapitulation gab es keine Kampfhandlungen mehr, und so lief Schnee wieder in Bergen ein. Am 09.05.1945 war auch für U 2511 der Krieg zu Ende. 1946 fand das Boot zusammen mit anderen Booten das Ende bei der Operation Deadlight.

Der Bausatz

Der Bausatz ist von AFV Club im Maßstab 1:350. Eigentlich gibt es nichts Böses zu sagen. Passgenau, tolle Detaillierung und einfacher Bau. Mit ca. 15 Euro auch noch preislich im Rahmen. Was mir nur auffiel, war ein Versatz zwischen beiden Rumpfhälften. Wenn man aber gut vermittelt und den Rest verschleift fällt dieses kleine Manko nicht weiter ins Gewicht. Toll ist auch, dass die beiden vorderen Tiefenruder aus- bzw. eingeklappt werden können. Beweglich ist auch das große Seitenruder. Wem die grobe „Matratze“ (FuMo 61 „Hohentwiel“) am Turm stört, kann sich durch ein PE-Teil gut behelfen, ebenso beim Peilrahmen.

Zusatzdetails

Die hochklappbaren Panzerschürzen bei den beiden Beobachterplätzen arbeitete ich aus den Resten einer PE-Platine heraus – sehr feine Arbeiten, aber es lohnt sich, da diese charakteristisch für den Turm sind. Am Turm wurde die Aussparung für die Abschleppöse ausgefeilt, die im Bausatz nur durch eine Gravur angedeutet ist. Die Verspannung ist aus dünnem Garn nachempfunden, die Isolatoren mit einem Tropfen Sekundenkleber. Die Decals dagegen sind ein großes Manko, da diese in vielen Packungen mit dem Deckblatt verklebt und somit unbrauchbar geworden sind.

Bemalung

Bemalt wurde mit einem Mix aus Revell, Lifecolor und Gunze. Die Akzente mit dem Panellinewash von Mig. Aufgrund der geraden Flächen, ging das Abkleben vor dem Airbrushen relativ einfach vonstatten. Ein Überzug mit Gunze Klar glänzend war die Basis für das Panellinewash. Zum guten Schluss Klar matt.

Für mich ein toller Bausatz mit klarer Weiterempfehlung und viel Spielraum für eigene Kreationen. Leider gibt es wenige stichhaltige Quellen. Die Buchreihe „Original zum Modell“ liefert auch hier eine tolle Ausgabe, die diesen Nachteil bei der Recherche ganz gut wett macht.

Fazit

Für Uboot-Enthusiasten klare Kaufempfehlung, auch direkt aus der Schachtel, nur die Decals könnten besser sein. Ein herzliches Dankeschön geht wieder an meinen Fotografen Oliver Schröder für das In-Szene-Setzen.

Mein nächstes Projekt, ein U-Boot der Klasse 214 der portugiesischen Marine, steht in den Startlöchern…

Frohes Kleben!

Frank

(Dezember 2017)

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